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Vollwert-Ernährung und ihre Bedeutung

„Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, was Du bist."

Mit diesen Worten bringt der französische Schriftsteller, Philosoph und Gastronomiekritiker Jean Anthelme Brillat-Savarin es auf den Punkt.

Gesundheit und Ernährung liegen eng beieinander, denn eine gesunde sowie ausgewogene Ernährung bilden eine wichtige Grundlage für die Gesundheit. Wenn Sie beispielsweise bei Ihrem Auto Benzin statt Diesel tanken, so wird es sich vermutlich keine 100 Meter mehr fahren lassen. Unser menschlicher Organismus hingegen streikt nicht sofort bei übermäßiger, unausgewogener oder unzureichender Ernährung, sondern versucht mit aller Kraft den entstandenen „Schaden“ auszugleichen. Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, bestimmte Arten von Krebs sowie Atemwegserkrankungen sind nur einige Zivilisationskrankheiten, die aufgrund von ungesunder Ernährung entstehen können.1 Kein Wunder also, dass auch unser menschlicher Motor den richtigen Treibstoff benötigt, um zu Höchstleistungen anzulaufen oder um schlicht und einfach gesund zu bleiben.

 

Was ist Vollwert-Ernährung?

Die Definition der Vollwert-Ernährung wurde von den Ernährungswissenschaftlern Prof. Claus Leitzmann, Dr. Karl von Koerber und Thomas Männle formuliert:2

Wir zeigen Ihnen, an welche Grundsätze Sie sich bei einer Vollwert-Ernährung halten sollten3

  1. Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel

  2. Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel

  3. Reichlicher Verzehr unerhitzter Frischkost

  4. Zubereitung genussvoller Speisen aus frischen Lebensmitteln, schonend und mit wenig Fett

  5. Vermeidung von Nahrungsmitteln mit Zusatzstoffen

  6. Vermeidung von Nahrungsmitteln aus bestimmten Technologien (wie z.B. Gentechnik, Food Design etc.)

  7. Möglichst ausschließliche Verwendung von Erzeugnissen aus anerkannt ökologischer Landwirtschaft

  8. Bevorzugung von Erzeugnissen aus regionaler Herkunft und entsprechend der Jahreszeit

  9. Bevorzugung unverpackter oder umweltschonend verpackter Lebensmittel

  10. Vermeidung bzw. Verminderung der allgemeinen Schadstoffemission und dadurch der Schadstoffaufnahme durch Verwendung umweltverträglicher Produkte und Technologien

  11. Verminderung von Veredelungsverlusten durch geringeren Verzehr tierischer Lebensmittel

  12. Bevorzugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die unter sozialverträglichen Bedingungen erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden (u.a. Fairer Handel mit Entwicklungsländern)
     

1 Vgl. WHO Europa, Faktenblatt Nahrung und Ernährung, Online im Internet: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/257921/Fact-sheet-2014-Food-and-Nutrition-Ger.pdf?ua=1, (14.11.2016)
2 Leitzmann; Koerber; Männle; Vollwert-Ernährung. Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. 8. Aufl., S. 22, Heidelberg 1994
3 Vgl. Leitzmann; Koerber; Männle; Vollwert-Ernährung. Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. 8. Aufl., S. 98, Heidelberg 1994